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Familienbibeln, Gottesdienstordnungen und Gesangbücher

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Anläßlich des Reformationsjubiläums 2017 widmet sich die aktuelle Ausstellung in der Gemeindebücherei mit vielen Exponaten diesem Thema: Was bedeutet „Reformation“ und wie präsentiert sich bis heute in der entsprechenden Literatur - weltlich wie religiös - der evangelische Glauben seit dem auslösenden Ereignis, dem Anschlag der 95 Thesen im Jahr 1517 durch Martin Luther an die Wittenberger Schloßkirche?

Antworten auf diese Fragen und vor allem viele historische Exponate sind von jetzt an bis Mitte November in der Gemeindebücherei ausgestellt und laden zum „Nachlesen“ ein.


Für die Gemeindebücherei als „Schatztruhe der Literatur“ in der Marktgemeinde ist das Reformationsjubiläum 2017 Büchereileiterin Helga Löhlein zufolge ein ideales Ausstellungthema, fanden doch nach dem Thesenanschlag Luthers 1517 vor allem über den Buch- und Schriftendruck seine Ideen schnell in ganz Deutschland Verbreitung und sorgten so für eine schnelle Konsolidierung des evangelischen Glaubens in vielen deutschen Regionen.


Mit Guttenbergs neuen Drucktechniken als „Motor“ im Hintergrund konnten so auf einmal „in Großauflage“ überregional Schriften oder grundlegende Werke die Luthers deutsche Bibelübersetzung gedruckt werden.

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Was aber ist die „Reformation“ und wie verlief sie in Franken? Mit einem Büchertisch mit aktueller Literatur und weiteren Informationen sowie Bildmaterial liefert die jetzige Ausstellung, die bis Mitte November in der Gemeindebücherei zu sehen ist, Antworten und Informationen. Die aktuelle Literatur kann zudem ausgeliehen oder vor Ort auch „angelesen“ werden. Viel Raum nimmt in der Ausstellung zudem die historische Literatur ein.

Teilweise jahrhundertealte Bücher in allen Größen und Formaten machen deutlich, wie sehr im evangelischen Glauben vor allem „das Wort“ eine wichtige Rolle gespielt hat und wie sehr kirchliche Werke früher den Alltag mitprägten.


Exponate reichen bis ins 18. Jahrhundert zurück

Helga Löhlein und ihr Mitarbeiterteam haben dafür viele private Leihgaben aus der Gemeinde Wendelstein als historische „Schätze“ erhalten, über die sie sich besonders freuen. Die Ausgabe einer Lutherbibel aus der Mitte des 18. Jahrhunderts mit respektablem Gewicht - und nicht zu übersehen - ist das älteste Exponat, gefolgt von einer weiteren Rarität.


Die gedruckten „Sendbriefe“ des Salzburger Exulanten Schaitberger von 1783 ließ dieser und seine Nachkommen in Süddeutschland drucken. Die Empfänger waren die in Österreich verbliebenen evangelischen Glaubensbrüder. Wanderhändler brachten damals illegal diese kleinen Bücher über Böhmen zu den evangelischen Diasporagemeinden in Kärnten und Tirol.

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Foto: Dr. Jörg Ruthrof

Eine Kirche braucht auch Ordnung und dafür steht als Beispiel eine „Gottesdienstordnung für das Erntedankfest für die evangelischen Gemeinden in der Reichsstadt Nürnberg und deren Landgebiet“ von 1800 in der Sonderschau.


Und nicht zu vergessen eine ansehnliche Reihe von Gesangbüchern und Katechismusausgaben sowie weitere liturgische und religiöse Werke, die zeigen, wie sich die Wiedergabe des „Wortes Gottes“ im Laufe der Jahrhunderte verändert hat. Auf wenigen Metern in mehreren Vitrinen ist damit sprichwörtlich ein „Spaziergang durch die evangelische Kirchengeschichte“ möglich inmitten vieler weiterer aktueller Bücher.


Die Ausstellung zur Reformationsgeschichte in der Gemeindebücherei Wendelstein, Marktstraße 1, ist bis zum Samstag, 11. November 2017 an folgenden Wochentagen geöffnet: Montag von 9 bis 12 Uhr, Diens-tag 15-20 Uhr, Mittwoch 15-18 Uhr, Donnerstag 9-12 Uhr, Freitag 15-18 Uhr und Samstag 9-12 Uhr; weitere Informationen unter Telefon-Nr. 09129/401-129 oder per E-mail: buecherei@wendelstein.de


Bericht: Dr. Jörg Ruthrof

Letzte Änderung: 09.10.2017 11:19 Uhr